Storytelling, non-fiktional

Letztes Wochenende ging ich das erste Mal nach dem großen Sturm in „meinen“ Wald – einem Fleckchen Erde, mit dem ich tief verbunden bin. Kurz bevor ich dort ankam, warnte mich eine mir entgegenkommende Reiterin: „Sie müssen umkehren, Sie kommen da nicht durch, der Weg ist durch umgestürzte Bäume versperrt.“

Ungläubig lief ich weiter. Die ersten umgeknickten Tannen ließen sich noch leicht überwinden – dann war plötzlich Schluss. Ein Baum lag über dem anderen und es gab kein Durchkommen mehr – auch auch abseits des Weges nicht. Ich ließ meine Augen in die Ferne schweifen und erschrak: Wo üblicherweise ein dichter Nadelwald stand, hatte der Sturm tiefe Schneisen gerissen.

Der Anblick war schockierend und wirkte fast irreal. Ich habe heftige Orkane erlebt, die schwere Baumriesen zu Fall brachten, aber so etwas sah ich nie zuvor. Bisher war der Klimawandel für mich durchaus eine reale Bedrohung Aber seine Auswirkungen so hautnah zu erleben, das ist noch einmal etwas anderes. Seeing is believing.

Heute ging ich erneut in den Wald, in der Hoffnung, dort wieder alte Pfade betreten zu können. Doch alles war unverändert. Überall lagen Baumleichen herum, waren die Wege unpassierbar. Gefühlt sind 30 Prozent der Bäume einfach verschwunden. Die Folgen des Klimawandels sind unübersehbar. Hier und heute – direkt vor der Tür.

 

 

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